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Jugendförderung in Libanon II


Jugend, Risikoverhalten und protektive Faktoren

Zeitraum: Mai 2010 - Mai 2011
Status: laufend
Region: Libanon - Greater Beirut
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Dieses praxisorientierte Forschungsprojekt widmet sich dem Risikoverhalten sowie Risiko- und Schutzfaktoren deren Einfluss Jugendliche in Libanon ausgesetzt sind. Ziel der Studie ist es, individuelle, soziale und wirtschaftliche Einflüsse zu identifizieren, welche das Risikoverhalten von Jugendlichen im libanesischen Kontext beeinflussen, um basierend auf den Ergebnissen evidenzbasierte Präventionsprogramme umzusetzen. 

Substanzenmissbrauch stellt eine zunehmende Herausforderung für die Gesellschaften des Mittleren Ostens dar. Libanon ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme: Studien haben gezeigt, dass der Missbrauch von Substanzen vor allem unter Jugendlichen zunimmt. Grundlegende Kenntnisse zu Ursachen von Risi-koverhalten und Risikofaktoren in Bezug auf den (Miss)brauch von Substanzen wie Alkohol, Drogen und rezeptpflichtigen Medikamenten bilden eine unerlässliche Voraussetzung für die Implementierung von nachhaltigen Präventionsgrogrammen. Vor diesem Hintergrund untersucht die SAD in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern Lebenssituationen, Zukunftsperspektiven, Werthaltungen und Risikoverhalten libanesischer Jugendlicher mit dem Ziel, eine evidenzbasierte und kontextsensitive Grundlage für effiziente und nachhaltige Interventionen zu schaffen.


Forschungsziele

  • Aufdeckung und Identifizierung von vulnerablen Gruppen sowie von Risiko- und Schutzfaktoren deren Einfluss Jugendliche ausgesetzt sind.
  • Schaffung einer evidenzbasierten und praxisorientierten Datenbasis als unerlässliche Grundlage für kontextspezifische Projekte im Bereich der Jugendförderung (Aufbau sozialer Kompetenzen, Selbst-vertrauen, Partizipationsmöglichkeiten und Eigeninitiative) sowie der Risikoprävention.
  • Ausarbeitung von nachhaltigen und erfolgsversprechenden Interventionsansätzen sowie deren Vermittlung an Entscheidungsträger im Bereich der nationalen Jugendpolitik und -förderung.


Forschungskonzept und Methodologie

Die Einflussfaktoren von Risikoverhalten und Substanzenmissbrauch werden mittels intermediärer Variablen wie z.B. Sozialkapital, Anomie, subjektives Wohlbefinden und Zukunftsperspektiven gemessen, welche zwischen (de)stabilisierenden kontextuellen Einflüssen und negativen Folgen wie Substanzenmissbrauch, Risikoverhalten und sozialer Desintegration auf der individuellen wie sozialen Ebene ’vermitteln’. Subjektives Wohlbefinden wird anhand von subjektiven Indikatoren wie Vertrauen/Misstrauen, Zufriedenheit/Unzufriedenheit, Optimismus/Pessimismus, Sicherheit/Unsicherheit, Zukunftsperspektiven, individueller Desorientierung und Entfremdung gemessen. Die Studie basiert zudem auf der Hypothese, dass das Risikoverhalten durch Schutzfaktoren positiv beeinflusst wird. Die zu untersuchenden möglichen Schutzfaktoren erfassen, neben dem erwähnten subjektiven Wohlbefinden, eine Reihe von Variablen wie z.B. Kommunikation und Unterstützung innerhalb der Familie, Freizeitbeschäftigung, Religiosität, Einbindung in die Gemeinde, etc. Für die empirische Erhebung wird mit quantitativen und qualitativen Methoden gearbeitet. Die Ergebnisse der repräsentativen quantitativen Erhebung werden anschliessend durch Fokus Gruppen Diskussionen ergänzt, um einerseits die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und anderseits die Jugendlichen selber in die Reflexion zur Ausarbeitung von Interventionen einzubeziehen. Die Studie ist sehr praxisorientiert. Basierend auf der Datenbasis und den Erkenntnissen werden mit den lokalen Partnern konkrete Zielgruppen sowie erfolgsversprechende Interventionsansätze im Bereich der Jugendförderung und Prävention von Substanzenmissbrauch ausgearbeitet. Eine wichtige Rolle soll dabei der Vermittlung der Erkenntnisse an Entscheidungsträger im Bereich der nationalen Jugendpolitik und -förderung zukommen.  


Zielgruppe(n)

  • Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahre aus öffentlichen und privaten Sekundarschulen sowie Berufsschulen in Greater Beirut (Beirut ink. Aussenbezirke und Vorstädte).
  • Nationale NGOs, die an der Basis mit Jugendlichen arbeiten sowie Regierungsinstitutionen und Entscheidungsträger, welche die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen und in ihre Interventionen und Strategien einfliessen lassen.

 

 

  Partner

Center for Research on Population and Health (CHPH), American University of Beirut


Kontakt:

Niklaus Eggenberger
Projektleiter
+41 (0)32 344 30 53
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