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"Aids-Waisen" im südlichen Afrika

Rebuilding Confidence - Entwicklung eines Minimalprogramms zur psychosozialen Unterstützung von AIDS-Waisen im südlichen Afrika

Zeitraum: November 2006 - April 2012
Status: abgeschlossen
Region:
südliches Afrika


 

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In diesem Forschungsprojekt wurden verschiedene Interventionen zur Unterstützung von „AIDS-Waisen“ im südlichen Afrika wissenschaftlich untersucht. Ziel war es, die wesentlichen Faktoren für ein erfolgreiches psychosoziales Minimalprogramm zu bestimmen. Daraus soll ein möglichst effektiver „best practice“-Ansatz entwickelt werden, der den Bedürfnissen der betroffenen Kinder gerecht wird. Die Ergebnisse zeigen, dass neben Waisen auch Kinder, die mit chronisch kranken Bezugspersonen leben, ein geringeres Wohlbefinden und ein höheres Risiko für psychische Störungen aufweisen. Ein Fokus auf Waisenkinder, wie ihn viele Organisationen verfolgen, ist somit zu eng. Die Studie ergab, dass durch geeignete Massnahmen wie die Verbesserung der Fürsorge zuhause, soziale Unterstützung, positive Beziehungen mit Gleichaltrigen sowie die Verringerung von Alltagsstress, Hunger und körperlicher Krankheit die psychische Gesundheit bei einem Kind bedeutend verbessert werden kann. Dabei spielen die sozialen Faktoren eine noch wichtigere Rolle als die materiellen. Eine reine Armutsbekämpfungsmassnahme ist deshalb nicht geeignet, die gravierenden sozialen und psychischen Schwierigkeiten der Zielgruppe zu bekämpfen.     Für weitere Erkenntnisse siehe die Policy Briefs unten.

In den letzten Jahren haben im subsaharischen Afrika nach Schätzungen von UNAIDS 14 Millionen Kinder und Jugendliche ihre Eltern durch AIDS verloren; in einigen ländlichen Regionen sind gar ein Drittel aller Minderjährigen von Verwaisung betroffen. In vielen weiteren Familien haben sich die Fürsorgerollen umgedreht und die Kinder müssen ihre kranken Eltern pflegen und für sie aufkommen. Die Erkrankung und der Verlust ihrer Eltern geht für die Betroffenen nicht selten einher mit materieller Not, sozialem Abstieg sowie Stigmatisierung und kann im schlimmsten Fall eine psychische Traumatisierung zur Folge haben. Zudem sind „AIDS-Waisen“ vermehrtem Missbrauch ausgesetzt und tragen ein erhöhtes Risiko einer HIV-Infektion. Die „AIDS-Waisen“-Problematik hat für die betroffenen Länder gravierende soziale Folgen und bedroht nicht zuletzt auch deren politische Stabilität.
Vor diesem Hintergrund sind eine Vielzahl an Interventionsprogrammen initiiert worden, deren Wirksamkeit jedoch selten wissenschaftlich überprüft wurde. Dieses Forschungsprojekt bestimmte wesentliche Elemente eines erfolgreichen Programms, welches das Wohlbefinden und Coping der Kinder verbessert. In Zusammenarbeit mit REPSSI fliessen die Erkenntnisse wieder in die untersuchten Programme zurück und werden weiteren interessierten Organisationen zugänglich gemacht.

Projektziele

  • Identifizieren besonderer Risiken von „AIDS-Waisen“ im Vergleich zu anderen Kinder
  • Überprüfen der Wirksamkeit verschiedener psychosozialer Interventionen zur Unterstützung von „AIDS-Waisen“ und anderen vulnerablen Kindern
  • Erarbeiten der Evidenzgrundlagen für die Entwicklung eines nachhaltigen und kosteneffektiven Ansatzes zur Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens und Copings von „AIDS-Waisen“ und anderen vulnerablen Kindern
  • Wissenstransfer in Zusammenarbeit mit REPSSI
  • Capacity-building für lokales Forschungsteam und Implementierungspartner


Zielgruppe

REPSSI und afrikanische Kinderhilfswerke, indirekt auch AIDS-Waisen

Partner

Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit 

REPSSI

ChildFund Zambia

Dokumente

icon_pdf.gif Research Report Phase I (pd 1,8MB)

Links

galerie.gif Galerie

 


Kontakt

Adrian Gschwend
Projektleiter
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+41 (0)32 344 30 51


 

 

 

Interventionen

Die Studie wurde in fünf Gemeinden mit mehr als hundert Dörfern und Siedlungen durchgeführt, wobei in einer Gemeinde eine Kontrollgruppe gebildet wurde, in der die Interventionen erst nach Abschluss der Forschungsaktivitäten durchgeführt wurde („wait-list group“). In den anderen Gemeinden wurde mit den teilnehmenden Haushalten eine Massnahme zur Verbesserung der materiellen Lebensgrundlage umgesetzt: Mittels Hühnerzucht und der Produktion von Sonnenblumenöl wird Einkommen generiert, von dem jene Haushalte mit vulnerablen Kindern profitieren sollten, welche die grössten Bedürfnisse haben.
Daneben wurden verschiedene Interventionen direkt mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt: In sogenannten Children’s Committees wurden mittels Sport, Spiel, Tanz oder anderen kulturellen Aktivitäten möglichst vielen Kindern sinnvolle und gesunde Freizeitaktivitäten angeboten. Diese partizipative Kinderorganisation fungierte darüber hinaus als Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen gegenüber den Gemeinden. Ihre Mitglieder bestimmen die Aktivitäten selber. So sollen sie lernen, Verantwortung und Kontrolle über ihr eigenes Leben zu übernehmen. Gemeinsam versuchten die teilnehmenden Kinder beispielsweise, die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten zu meistern und den Schutz von Kinderrechten zu fördern.
Ein Teil dieser Kinder nahm zudem an speziellen psychosozialen Interventionen teil: Hero Book und Tree of Life nutzen erzählende und künstlerische Elemente, um den Kindern zu helfen, ihre Lebenssituation zu bewältigen. Sie sollen ihr Selbstbewusstsein stärken und die soziale Interaktion mit Gleichaltrigen fördern. Diese Instrumente sind so aufgebaut, dass sie einfach in andere Aktivitäten und Programme, z.B. an den Schulen, eingebaut werden können.

Forschungsablauf und Methoden

Die Forschung hatte einen quasiexperimentellen Aufbau, bei dem verschiedene Gruppen von Kindern die unterschiedlichen Interventionen einzeln oder in Kombination erhielten. Um die Wirksamkeit des Programms adäquat einschätzen zu können, wurde das Wohlbefinden der TeilnehmerInnen vor und nach der Einführung der Interventionen gemessen und mit der Kontrollgruppe verglichen.

Die SAD erhielt für dieses Forschungsprojekt Inputs durch ein Expertenkomitee aus Wissenschaftlern und Experten der Entwicklungszuammenarbeit aus der Schweiz und dem südlichen Afrika. Die Datenerhebung wurde von einem lokalen Forschungsteam unter Anleitung der SAD umgesetzt.

In einer ersten Projektphase (Nov. 2006 – Aug. 2009) wurden eine qualitative Vorstudie sowie drei quantitative Datenerhebungen mittels standardisierter Interviews durchgeführt. In einer zweiten Phase (Sep. 2009 - Dez. 2010) wurden zwei weitere Erhebungen durchgeführt, um die Erkenntnisse zu vertiefen. In einer dritten Phase (Jan. - Jun. 2011) wurden die Ergebnisse ausgewertet und für die Dissemination vorbereitet.


Ergebnisse und Empfehlungen 

Die Ergebnisse der Studie wurden in einer Reihe von Policy Briefs zusammengefasst und aufgearbeitet:

 icon_pdf.gif Policy Brief 1 Risks associated with Vulnerability (pdf 203KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 2 Prevalence of Mental Health Problems (pdf 140KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 3 Psychosocial Interventions (pdf 193KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 4 Poverty Alleviation (pdf 178KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 5 Intervention Exposure (pdf 230KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 6 Main predictors of youth depression (pdf 230KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 7 Factors mediating depression for vulnerable youths (pdf 240KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 8 School drop out (pdf 151KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 9 Parental Separation (pdf 162KB)

icon_pdf.gif Policy Brief 10 Complicated Grief (pdf 152KB)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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