SAD
Die SAD
Themen
Methodik
Projekte
Publikationen
Partner
Medien
Home arrow Methodik arrow Ansatz
Methodik
Ansatz
icon_target.gif wissenschaftlich

Als Akademie sind wir den Prinzipien der Wissenschaftlichkeit wie Validität, Reliabilität und Replizierbarkeit unserer Datenerhebungen verpflichtet und richten uns nach den aktuellen Standards und Methoden der empirischen Sozialforschung. Zur Qualitätssicherung verfügen wir über ein wissenschaftliches Kuratorium und abhängig von der Grösse des jeweiligen Projekts setzen wir auch Steuerungsausschüsse ein oder konsultieren gezielt einzelne Experten.

icon_target.gif interdisziplinär

Da die Bearbeitung interkultureller Fragestellungen häufig vielseitiges Expertenwissen erfordert, arbeiten wir fächerübergreifend. Dem Team gehören unter anderem SpezialistInnen aus den Politikwissenschaften, der Ethnologie, der Soziologie, der Psychologie und der Sozialarbeit an. Bei Bedarf werden Kooperationen mit ExpertInnen aus anderen Disziplinen (etwa Sportwissenschaft oder Konfliktforschung) eingegangen.

icon_target.gif Methodenvielfalt

Dank der interdisziplinären Ausrichtung kann die SAD auf ein breites Spektrum an qualitativen und quantitativen Forschungsverfahren zurückgreifen. Häufig verwenden wir eine Kombination verschiedener Ansätze, ganz besonders in Kontexten, in denen noch keine standardisierten Verfahren zur Auswahl stehen. In einer solchen Situation ist es angezeigt, durch die Triangulation verschiedener qualitativer und quantitativer Methoden die Wahrscheinlichkeit valider Ergebnisse zu erhöhen. Dabei werden die unterschiedlichen Vorteile der Verfahren genutzt, um ein vollständigeres Bild des Untersuchungsgegenstands zu erhalten.

icon_target.gif praxisorientiert

Unsere Forschungsaktivitäten sind nicht Selbstzweck, sondern orientieren sich am Bedarf der Praxis. In enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern suchen wir Antworten auf aktuelle Fragen im Entwicklungs- und Integrationsbereich. Auch die Grundlagenforschung der SAD wird immer mit Blick auf die Lösung praktischer Probleme konzipiert. Wenn die Datenerhebung keinen unmittelbaren oder zumindest indirekten Nutzen für die untersuchten Personen hat, ist sie aus unserer Sicht weder notwendig noch gerechtfertigt.

icon_target.gif problem- und zielgruppenspezifisch

Unterschiedliche Fragen verlangen nach unterschiedlichen Antworten. Je nach Untersuchungsgegenstand, Kontext und Zielgruppe passen wir unsere Instrumente und Indikatoren an oder entwickeln neue, angemessene Instrumente. Aufgrund unserer inhaltlichen Ausrichtung auf interkulturelle Fragen im Bereich der Jugendförderung, der Integration von MigrantInnen und Minderheiten sowie Sport & Entwicklung verfügen wir hier über erprobte, zielgruppengerechte Methoden. Insbesondere muss die Forschung mit Kindern und Jugendlichen an die sprachlichen Fähigkeiten und das Abstraktionsniveau der einzelnen Alterstufen angepasst und genügend abwechslungsreich und spielerisch sein.

icon_target.gif kulturell eingebettet

Die sozialwissenschaftlichen Forschungsstandards haben sich auch in nicht-westlichen Kontexten bewährt. Bei der Übertragung von Forschungsmethoden müssen jedoch lokale Werte, Normen und Praktiken berücksichtigt werden, wenn gültige Ergebnisse erzielt werden sollen. Sowohl die Aufgaben als auch der Inhalt der verwendeten Instrumente müssen der Zielgruppe möglichst vertraut sein, insbesondere wenn die Befunde über verschiedene Kulturen verglichen werden sollen. Es ist wenig ergiebig, sich in einer Gesellschaft mit hoher Analphabetenrate schriftlicher Umfragen zu bedienen oder Personen mit Rating-Skalen zu konfrontieren, die mit diesem Konzept gänzlich unbekannt sind. Auch sind Indikatoren nicht ohne weiteres übertragbar: So mag etwa die Frage nach exzessivem Fernsehkonsum in einer Gesellschaft auf Vermeidungsverhalten hinweisen, während dies in einer wenig elektrifizierten Gemeinschaft keine entsprechende Bedeutung besitzen kann. Wenig verlässliche Antworten wird man auch auf Fragen erhalten, die in der lokalen Gesellschaft tabuisiert sind. Schliesslich ist zu bedenken, dass unter Umständen das zu untersuchende Konstrukt in einer anderen Kultur gar nicht existiert oder sich bedeutend unterschiedet: So gibt es z.B. in gewissen afrikanischen Sprachgemeinschaften keine äquivalente Übersetzung für den Begriff der Depression.

Das Problem der interkulturellen Forschung besteht jedoch nicht nur in der Übertragung von Methoden auf andere Länder. Vielmehr ist auch ein Verständnis kultureller Besonderheiten Voraussetzung, um Ergebnisse vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede richtig interpretieren zu können. Die SAD arbeitet deshalb bei aussereuropäischen Projekten immer mit lokalen Partnern zusammen.

icon_target.gif Schutz der Rechte der Untersuchungsteilnehmer

Wir sind den etablierten internationalen Standards der Forschungsethik verpflichtet, die für uns bindend sind. Dazu gehört, dass die TeilnehmerInnen über die Forschung und mögliche Unannehmlichkeiten informiert werden und in die Teilnahme einwilligen müssen. Dies ist gerade bei Kindern, deren Eltern nicht immer zugänglich sind, kein einfaches Unterfangen, jedoch muss der Mehraufwand einer altersgerechten Aufklärung in jedem Fall in Kauf genommen und Fürsorgeberechtigte um Einwilligung ersucht werden. Eine Teilnahme an unserer Forschung ist auch niemals mit Vorteilen verbunden, die eine Ablehnung erschweren. Nach Abschluss der Untersuchung erhalten die TeilnehmerInnen eine Rückmeldung über Sinn und Zweck der Forschung und die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ein weiterer zentraler Punkt ist der Schutz der Privatsphäre der TeilnehmerInnen und der vertrauliche Umgang mit Daten sowie deren sorgfältige Anonymisierung.

icon_target.gif Sensibilisierung für Forschungskonsequenzen

Wir sind uns bewusst, dass Forschung einen Eingriff in die Lebenswelt der Betroffenen darstellt, der auch negative Folgen haben kann. So können etwa emotional aufwühlende Fragen zu beträchtlichem Stress führen und sollten nur von geschulten Interviewern gestellt werden. Die SAD ist bemüht, erfahrene lokale Partner mit der Datenerhebung zu betrauen und gegebenenfalls in den Grundsätzen der Interviewtechnik zu schulen. Grundsätzlich ist auf die Erhebung nebensächlicher oder redundanter Information zu verzichten, ausser diese sei indirekt zugänglich. Bei der Forschung mit besonderen Populationen wie etwa traumatisierten Flüchtlingskindern können im Verlauf der Datenerhebung erhebliche seelische und physische Beeinträchtigungen zutage gefördert werden, welche eine Zuweisung zu spezialisierten Stellen notwendig machen. Entsprechende Ressourcen sind bereits vorgängig auszuloten. Die Forschungsergebnisse decken häufig auch einen gewissen Handlungsbedarf auf oder implizieren eine Anpassung eines existierenden Programms. Wir verstehen es auch als unsere Pflicht, diese Ergebnisse im Anschluss an den Forschungsprozess an die relevanten Entscheidungsträger heranzutragen.

icon_target.gif partizipativ

Eine unserer Stärken ist die Einbindung der verschiedenen Stakeholder, Funding Partner, Praktiker und vor allem der unmittelbar betroffenen Zielgruppe in den Forschungsprozess. Dafür gibt es sowohl inhaltliche, methodische als auch ethische Gründe, welche viele der oben genannten Punkte betreffen: Eine explizite Orientierung and den Problemen und Bedürfnissen der Zielgruppe verhindert Fehldiagnosen und Veränderungsstillstand und sorgt für praxisbezogene Ergebnisse. Durch die frühzeitige partizipative Ausrichtung und Umsetzung der Forschung gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften werden kulturangepasste Methoden entwickelt und lokales Capacity-Building betrieben. Auch können durch die Partizipation der Betroffenen unethische oder kritische Vorgehensweisen rechtzeitig erkannt und vermieden werden.

 
Disclaimer
© Swiss Academy for Development SAD