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Stabilität ist nicht gleich Immobilität. Stabilität erfordert Entwicklung und Wandel. Wann aber wirkt sozialer Wandel destruktiv und stellt bestehende Strukturen in Frage?
Gesellschaftlicher Wandel und soziale Transformation wirken nicht per se destabilisierend. Sie sind für das Individuum sowie für eine Gemeinschaft aber nur solange erträglich, als die Betroffenen die veränderte Wirklichkeit nach vertrauten Wert- und Orientierungsmustern sinnvoll deuten können. Verlieren traditionelle Werte und Normen, gewohnte Interpretationsmodelle und Referenzsysteme ihre Gültigkeit, ohne durch neue ersetzt zu werden, droht Unsicherheit, Norm- und Orientierungslosigkeit (Anomie).
Früherkennung von risikobehafteten Entwicklungen
Anomie weist konstruktive, aber auch destruktive Wirkungen auf: Anomie stimuliert Anpassungsprozesse, Innovation und Kreativität. Anomie führt aber auch zu Überforderung und Entfremdung, zu Pessimismus, Misstrauen und Unzufriedenheit. Sichtbare Symptome auf der individuellen Ebene sind: Risikoverhalten, Substanzenmissbrauch, mentale Gesundheitsstörungen und Gewalt (gegen sich selbst oder gegen andere). Auf der gesellschaftlichen Ebene werden vermehrt Desintegrationstendenzen ersichtlich. Risiken von Instabilität, gewaltsamem Aufbegehren und Konflikten nehmen zu; Phobien aller Art entwickeln sich. Orientierungslosigkeit und fehlende Referenzsysteme fördern auch die Hinwendung zu religiös-fundamentalistischen, links- oder rechtsextremen Gruppierungen, welche in fordernden Zeiten Halt und Orientierung bieten. Anomische Tendenzen verstärken sich dort, wo immobile Strukturen auf der politischen Ebene mit Zwang den Wandel zu unterbinden versuchen.
Die Aktivitäten der SAD im Bereich Jugend und Anomie umfassen:
- Empirische Studien zur Lebenssituation, Zukunftsperspek- tiven, Werthaltungen, Orientierungsmustern, zivilen und Freizeitstrukturen Jugendlicher und junger Erwachsener mit dem Ziel, frühzeitig verborgene Strukturen und Prozesse sowie Werthaltungen und Orientierungsmuster aufzudecken, die in Risikoverhalten, Gewalt oder andere folgenschwere Verhaltensweisen münden können.
- Früherkennung von gesellschaftlichen Instabilitätsrisiken sowie von Potentialen und Hindernissen sozialer Entwicklung. Erarbeitung längerfristiger Entwicklungsszenarien unter Einbezug einer Analyse der Akteure, Strukturen und Prozesse auf der gesellschaftlichen Makroebene.
- Identifikation von erfolgreichen Coping-Strategien Jugendlicher und junger Erwachsener; Erarbeitung der Evidenzgrundlage für effektive Ansätze zur Jugendförderung sowie zur Förderung von intermediären, zivilgesellschaftlichen (Jugend-)Strukturen, welche sinngebend zwischen dem Individuum und der gesellschaftlichen Ebene zu vermitteln vermögen und damit (präventiv) anomischen Tendenzen entgegenwirken.
- Durchführung von eigenen operativen Pilotprojekten und Interventionsforschung (action research) zur Erarbeitung von "best practices" im Umgang mit sozialem Wandel und Transformation.
- Aufarbeitung und Bereitstellung von praxisorientierten Daten, Erkenntnissen und Empfehlungen für lokale und internationale Entscheidungsträger sowie Wissenstransfer.
Die Relevanz der Jugend- und Anomieforschung der SAD
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zum Beispiel:
Anomie & Insurgency Empirische Forschung zum Zusammenhang von Anomie und der
Unterstützung von und Partizipation in nicht-staatlichen bewaffneten
Gruppierungen
Aids-Waisen im südlichen Afrika Rebuilding Confidence - Entwicklung eines Minimalprogramms zur psychosozialen Unterstützung von AIDS-Waisen im südlichen Afrika
Jugendliche in Russland II
Zukunft einer Transitionsgeneration
Kontakt:
Dr. Niklaus Eggenberger-Argote
Teamleiter
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+41 (0)32 344 30 53
Publikationen:
A potential social warning instrument - Final Report on China Anomie Project
Peter Atteslander, Li Hanlin, Judith Tanur & Qi Wang, pdf 561KB
Comparative Anomie Research: Hidden Barrers - Hidden Potential for Social Development
Peter Atteslander, Bettina Gransow & John Western (eds.), 1999, pdf 1,4MB
The Social Integration Crisis in Post-Socialist Bulgaria
Jean-Pierre Gern & Jelio Vladimirov, pdf 336KB
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